Roadtrip Alberta – 14 Days of Rockies and Flat Lands
Solli zämme,
weil mir in letschder zit so vili iträg uff allemanisch in unserem gäschdebüch kah hen, beginne mir de hüttige blog z’äre vu allene lüt daheim uff allemanisch. Dankschen für euri iträg, und witer so.
Für alle anderen Leser unseres Blogs ist aber vielleicht doch etwas einfacher wenn wir über die letzen 14 Tage in normalem Deutsch berrichten
Vor 14 Tagen haben wir beide uns mit einem “wunderbaren” Hyundai Accent und unserer neuen (gebrauchten) Campingausstattung auf den Weg gemacht die Provinz Alberta (da passt Deutschland locker flächenmäßig rein), bzw. Teile davon zu erkunden. Seither sind 2600 km on the Road und fast 100 km Wandern zusammengekommen. Viele Eindrücke, Bilder, Emotionen, neue Bekanntschaften und einen breiten Temperaturrange von -2°C und Schneefall ind Jasper bis zum Sonnenstich in Calgary haben wir in diesen zwei Wochen gesammelt. Wir wollen euch ersparen jeden Wasserfall und jeden See ausführlich zu beschreiben, dazu taugen die Bilder in unserer Gallery besser.
http://www.handstandbackpacker.com/galleries/
Dennoch wollen wir euch nachfolgend einen chronologischen Einblick in die kleinen Besonderheiten unseres Roadtrips geben:
Tag 1: Zunächst von Banff in den gleichnamigen Nationalpark. Da es dort aber zu kalt war, haben wir beschlossen unsere gesamte Route umzudrehen und sind wir noch am selben Tag Richtung Calgary gefahren. Wie sich noch herausstellen sollte, war das nicht das letzte mal, das das Wetter für uns die weitere Planung übernommen hat. Am Abend sind wir in einem super kleinen Dorf abgestiegen. Wie es der Zufall wollte war im Pup gegenüber unseres Campsites ein Filmset aufgebaut und der Regisseur hat uns eingeladen die Filmaufnahmen aus nächster Nähe mitzuerleben. Ein wares Highlight wenn Du mitten im nichts bist. Aber so passieren interessante Dinge eben meistens.
Tag 2: Weiter Richtung Süden auf dem Cowboy Trail (Route 22). Wir schauen uns dort ein Paar alte Ranches an und kommen in den Cowboy mood dieses immer flacher werdenden Backcountries. Die Leute die hier leben haben in erster Linie, Land, Kühe, nochmal Land, Landwirtschaft und sagte ich schon Land. Es ist einfach sehr weitläufig hier
Tag 3: Wir sind noch weiter Richtung Süden gefahren. Im Waterton Nationalpark machen wir eine nette Wanderung, bleiben bärenfrei und ziehen weiter Richtung Osten. Am Abend machen wir Nightstop in Fort MacLoud. In der Innenstadt wurden Szenen für den Film Broadback Mountain gedreht, weil diese für Canada schon als historische Altstadt gilt (ca. 100 Jahre). Ja wie sich doch eine Altstadt in Canada von einer deutschen Altstadt unterscheiden kann. Abends auf dem netten aber mittelmäßigen Campground lernen wir David kennen. Er ist ca. Mitte 50, kommt aus Boulder Colorado und ist ein recht renomierter Dr. in chinesischer Medizin und absolut reisebegeistert. Trotz seines sicherlich nicht alzu schlechten Einkommensverhältnisse liebt er es absolutes basic Backpacking zu machen. Er hat schon die halbe (wenn nicht sogar die ganze Welt) mit dem Rucksack bereist und schaut, dass er jedes Jahr mehrere Monate auf Tour ist. Er kann uns mehr über das Reisen, Asien, Südamerika und so ziemlich alle anderen Länder berichten als jeder Reiseführer. Er ist eine dieser Personen die Du nicht geplant kennen lernen kannst. Er wird uns in guter Erinnerung bleiben und seine Geschichte erzählen wir gerne weiter, weil er uns mit seiner Art von Work-Life Balance echt beeindruckt hat.
Tag 4: Nach einem Stop am Unsesco Weltkulturerbe “Smashed Head in Buffolo Jump” bei dem auf eindrucksvolle Weise dokumentiert wird wie die Indianer (oder first Nations) tatsächlich gelebt haben.
- Für alle Cowboy Film Fans. Indianer haben nicht immer auf Pferden gesessen und gejagt. Die Pferde kamen mit den Europäern. Zuvor haben die Indianer ganze Büffelherden über Canjonabgründe gejagt und die am Boden “zerschmetterte” Herde dann für die Wintervorräte verarbeitet. Das ganze hatte 6000 Jahre Tradiotion. Dann kam der weiße Mann und gab Ihnen Pferd und Schießgewehr, und vorbei wars mit der “buffalo Jump” jagt. -
Danach gings noch weiter Richtung Osten in die Badlads. Das ist nicht der Ort an dem Badman lebt, sondern ein Gebiet in dem während der Eiszeit sehr bizarre Canjons aus der flachen Landschaft ausgewaschen wurden. Hier wurden im letzten Hundert die weltweit meißten Dinosaurierskelette ausgegraben. Kennt Ihr den Film “Nachts im Museum” – Ja? Genau dieses Dinosaurierskelett kommtvon dort.
Tag 5-7: Führten uns wieder zurück in die Zivilisation nach Calgary. Auf demWeg dorthin hatten wir, bei endlich gutem Wetter richtiges Roadtripfeeling wie im Film. 100 km schnurgerader Highway vor dir, topfebenes land und weit und breit kein Auto. Tempomat rein, Füße hochlegen, Fenster runter und Musik aufdrehen. So einfach kann Lebensfreude sein.
Tag 8: Nachdem wir unsere erste Nacht als Couchsurfing Gäste (www.couchsurfing.com ) bei Clark in Calgary verbracht haben, haben wir die Cowboy Hüte aufgesetzt und gemeinsam mit den Calgarianern den Beginn Ihres Festivals des Jahres gefeiert. 10 Tage Calgary Stampede, sind wie Oktoberfest mit Cowboyhut. Über eine Million Besucher kommen in die Stadt und selbst aus dem feinsten Restaurant wird ein Saloon mit Strohballen vor der Tür. Banker gehen in Jeans, Karohemd, Boots und mit Cowboyhut zum arbeiten und jeder feiert. Echt super. Jeden morgen gibt es irgendwo in der Stadt (z.B. auf dem Parkplatz eines Büroartikelladens) kostenloses Frühstück. Einfach cool. Clark ist uns dabei ein super Guide und ein ausdruck der kanadischen Gastfreundlichkeit. Eigentlich kennen wir Ihn nicht, aber in seiner Wohnung können wir uns wie daheim fühlen, und endlich mal wieder auf einer Matraze und nicht im Zelt schlafen. Jeder der noch nie couchgesurft ist, macht das mal, eine super Erfahrung!!
Tag 9 – 13: Wir haben nun genug flaches Land gesehen und wenn wir der Wettervorhersage trauen können, dann ist in den Rockies endlich guts Wetter. Innerhalb von 5 Tagen bewegen wir uns über mehrere Stationen vom Banff Nationalpark in den Jasper Nationalpark und zurück. Dort haben wir super schöne Wanderungen machen können und die legendären kanadischen Bergseen und Gletscher (oder das was davon übrig ist) fotografieren können. Schaut euch die Fotos an. Es ist schwer das grün von Lake Louise, oder das blau von Moraine Lake zu beschreiben. Auf einigen Wanderungen mussten wir entweder wegen des Wetters oder aber wegen frischer Bärenscheiße auf dem Weg kurzfristig kehrt machen und eine neue Route ansteuern. Dennoch haben wir die Zeit in den Bergen sehr genossen. Kurz gesagt ist es hier etwas ähnlich wie in Österreich in den Bergen, ausser das hier alles viel weitläufiger ist und Du natürlich immer die Bärenglocke dabei hast. Die direkte Konfrontation mit den flauschigen Artgenossen blieb uns glücklicherweise erspart.
Leider hat uns das Wetter die Campingfreuden etwas geschmälert. Während Deutschland in der Hitze zergeht, hat uns der kanadische Sommer am 13. July mit -2°C und Schneefall (tagsüber) begrüßt. Wie sagte unser einer Hostelmitarbeiter: “In the Rockies, there are two seasons: Winter and July”. Na wenn das der Juli in den Rockies ist, möchte ich nicht im Dezember da sein. Das nächste ICE AGE kann kommen
Eine unvergessliche Begegnung hatten wir auch in diesen Tagen. Carl und Sharron sind ein amerikanisches Paar in den späten fünfzigern, die in Ihrem Sommerurlaub ausgerüstet mit Ihrem Tandem und einem Zelt, die Route von Banff nach Jasper (300 km) machen. Wir lernen Sie am Tag vor dem Schneefall kennen, als Sie auf dem Campingplatz Ihr nasses Zelt einpacken. Wir treffen Sie am selben Tag an der Passstraße zum Athabsasca Gletscher (2000 m) wieder. Völlig unterkühlt (wer rechnet schon mit Schnee im Juli) kommen Sie am Pass an und wir beschließen kurzerhand Sie mit Tee und Nudelsuppe zu versorgen. Tage später treffen wir Sie wieder. Ich habe selten jemand gesehen, der so dankbar ist. Für uns war es nur eine kleine Geste, für die beiden war es das einschlägigste Erlebniss Ihres gesamten Urlaubs. Die beiden werden wir nicht vergessen, und Sie uns auch nicht.
Tag 14: Wir genießen den vorerst letzten Tag in den Bergen und fahren dann wieder weiter nach Canmore in der Nähe von Banff. Dort “Surfen” wir auf der Couch von Tomasso und Elisa. Zwei sehr entspannte Italiener die in den nächsten Jahren Stück für Stück die Welt bereisen wollen um sich dann dort, wo es Ihnen am besten gefällt niederzulassen. Tomasso gibt uns noch ein gute Message mit auf den Weg: “Don’t try to push things to much in life. If you are at one place, and things don’t work well for you, move on. If you are at one place and good things just happen, stay there and you will have a fine time!” Wahre Worte.
Heute am Tag 15 sind wir wieder am Startpunkt in Banff Springs angelangt. Unseren Hyundai haben wir wieder bei Avis abgegeben und das Zelt gut verstaut. Die nächsten 2 Tage werden wir gemeinsam mit unseren kanadischen Freunden Krista und Kari in Calgary verbringen und voll in das geschehen des letzten Stampede Wochenendes einsteigen. Der Cowboyhut ist schon gerichtet
Euch vielen Dank fürs lesen !!
Besucht weiter fleißig unsere Galleries und habt Spass, bei allem was Ihr so treibt.
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Eure Handstandbackpacker, Isa und Stefan
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