The India Challenge – Part 4 – The Grand Finale
Es geht, ob wir wollen oder nicht dem Ende unserer Reise entgegen. 25 Tage, noch 25 mal in fremden Betten schlafen und noch einige ungeahnte Erlebnisse lagen noch vor uns als wir vor fast 3 Wochen wieder zurück nach Jaipur der Hauptstadt von Rajastan kamen. Für die letzte Zeit unserer Reise haben wir das Tempo etwas gedrosselt und haben uns längere Aufenthalte an den einzelnen Orten gegönnt um so einen tieferen Eindruck der indischen Lebensart gewinnen zu können.
Wie gesagt zog es uns zunächst zurück nach Jaipur. Die Marktmetropole Rajastans mit 3,5 Mio Einwohner liegt zwar am Rande des Wüstenstaates, ist dennoch aber mit 45°C weniger kühl und angenehm als der deutsche Frühling.
Nach einem missglückten Versuch im Schweigemediationsseminar die Erleuchtung zu finden :) haben wir uns lieber wieder auf die Herausforderungen der realen Welt konzentriert und ein lokales Hilfsprojekt für die 30.000 Straßenkinder Jaipurs besucht. Das Ladli-Projekt wurde vor fast 30 Jahren von einem indischen Ehepaar gegründet die zunächst mit einer Fahrradrikscha und einem Topf voll Essen in die Slums gefahren ist um einigen wenigen Kindern Essen, Sanitäre Grundversorgung und Bildung zu geben. Heute versorgt Ladli
(www.i-indiaonline.com ) mit seinen über 100 indischen Volontären täglich fast 4000 Straßenkinder mit einer warmen Mahlzeit. Hunderte Kinder erhalten durch die mobilen „Schulbusse“ eine Grundbildung und jeden Tag eine saubere Dusche. Über 200 elternlose Kinder werden in den Kinderheimen aufgezogen, erhalten Schulbildung, lernen Berufe wie z.B. Näherin und werden von Ladli sobald sie 18 Jahre sind in echte Berufe vermittelt. Eine beeindruckende Arbeit die auf der Idee von 2 Personen basiert und heute jeden Tag tausenden Kindern ein lebenswerteres Leben ermöglicht.
Jaipur wartete aber auch noch mit anderen Überraschungen auf. Bei einem mittäglichen Sandsturm wurde es im Stadtzentrum innerhalb von 10 Minuten stockdunkel, so dass das gesamte Stadtleben für eine Stunde ins stocken geriet. Die perfekte Umgebung für Weltuntergangstheoretiker
. Nach einer Stunde war der Weltuntergang von Jaipur aber auch schon wieder vorbei und wir haben Tim, James und Chris kennengelernt. 3 wirklich interessante Engländer. Die drei sind mit einem 30 Jahre alten Tuk-Tuk in 30 Tagen 8500 Kilometer um den äußeren Rand Indiens gefahren. Zugegebenermaßen ein leicht verrücktes Projekt für das man mehr als nur gutes Sitzfleisch braucht. Dafür sind die drei aber in Gegenden Südindiens gekommen, in die sich seit 30 Jahren kein Weißer mehr verirrt hat. Ihre lustige Reise in „Bluie“ dem Tuk-Tuk könnt ihr auf www.alapofindia.blogspot.com mit verfolgen.
Wir haben uns in Ind
ien an viel Hitze gewöhnt, aber wenn man in der Mittagssonne auf dem Tisch ein Spiegelei braten kann ist es Zeit zu gehen. Und so sind wir für die Zielgerade unserer Reise nach Goa geflogen.
Unter indischen Maßstäben liegt Goa eigentlich nicht in Indien. Der kleinste Staat des Landes war bis in die 60iger noch in portugiesischer Hand und den hunderte Jahre langen Einfluss kann man hier in der Architektur und dem Aussehen der Menschen und in der gesamten Lebensart nachvollziehen. Goa hat vor allem eins zu bieten – Strand, Sonnenschein, Palme, eine sehr relaxte Atmosphäre und viel weniger hupende Autos J. So vergeht dann auch mal ganz ganz schnell eine Woche am Strand von Palolem im Süden Goas ohne das man wirklich häufig aus seinem Liegestuhl aufsteht. Wir haben es für uns als Kraft tanken für den Re-start in Deutschland gewertet und sind tatsächlich für eine Woche selten von unseren Liegestühlen am Strand weggekommen
Mit frischem Schwung in den Knochen machen wir uns heute auf den Weg nach Mumbai. Eine Weltmetropole von der wir schon unheimlich viel gehört haben. Gutes, schlechtes, spannendes und weniger spannendes. Auch hier
wird uns wahrscheinlich mal wieder der Effekt erwischen den wir schon so oft in Indien beobachtet haben. Man bereist dieses Land für eine Zeit und denkt man habe nun eigentlich ganz gut verstanden wie die Inder so „ticken“. Doch dann kommt man in eine neue Stadt, Bundesland oder lernt jemand neues kennen und muss feststellen, dass man die indische Lebensart noch nicht einmal ansatzweise kapiert hat. Vielleicht kann man es so vergleichen. Es ist ein bisschen so, wie wenn man als nicht Europäer im Sommer den Süden Spaniens besucht und dann denkt man weiß wie die Nordfinnen ticken. Indien ist flächenmäßig und auch in der Einwohnerzahl um einiges größer als Europa. Wir treffen hier auf ein so breite Variation an Menschen, Sprachen und kulturellen Interpretationen, dass man häufig denkt man wäre jetzt gerade in einem anderen Land.
Auch in Mumbai wartet sicherlich nochmal ein ganz spezieller Teil Indiens auf uns. Hier ist der Ort an den viele junge und weltoffene Inder gehen, die sich den Traditionen von arrangierter Partnervermittlung und dem traditionellen Leben entziehen wollen. Wir werden dort auf die Indische Interpretation der westlichen Weltstädte wir New York und London treffen und auch das wird sicherlich ein spannendes Finale.
Für Euch haben wir noch eine letzte Bildergallerie dieses Trips online gestellt und wünschen Euch viel Spaß beim Bilder gucken:
http://www.handstandbackpacker.com/galleries
http://www.handstandbackpacker.com/handstands
Bis gleich
, Isa und Stefan.
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